Worum es eigentlich geht: Lebensmittelverschwendung

Dies ist ein Liebesbrief.

An euch, krumme Gurken, einzelne Bananen und angeschlagene Äpfel; ihr fluffigen, überzähligen Brötchen und abgelaufene Joghurts. Ihr seid wunderbar. Lecker. Und perfekt. Die einzigen, die hier ein Problem darstellen, sind: Wir. Denn, wir schätzen euch nicht. Jedenfalls nicht genug. Zumindest ist das der Eindruck, den man bekommt wenn man weiß, wieviel einwandfreie Lebensmittel jedes Jahr in der Tonne landen: Ein Drittel der weltweiten Produktion, die die Menschen eigentlich ernähren sollen. In Deutschland sind das 75 kg pro Kopf und Jahr. Im Müll.

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Die Gründe dafür sind ganz einfach zu verstehen und schwer nachzuvollziehen. Lebensmittel gehen entlang einer sogenannten Wertschöpfungskette verloren. Die beginnt auf dem Feld und endet in unseren Wohnungen. Während in Entwicklungsländern Transport und Lagerung die größten Risiken für euch darstellen, verhält es sich in wohlhabenden Industrienationen ganz anders. Klar gibt es auch hier schlechte Ernten, Schädlinge im Boden, Transport und Lagerprobleme. Zum großen Teil geht ihr allerdings erst am hinteren Ende  der Kette verloren.

Und da kommen wir ins Spiel. Zum Einen, weil wir vom Handel erwarten, dass er unsere Lieblingsprodukte immer im Regal hat. Gleichzeitig wir nur gekauft, was auch „schön“ aussieht. Verschwendung und Aussortierung sind hier vorprogrammiert und machen nachhaltiges Handeln schwer. Noch problematischer wird es dann bei uns zu Hause:  Weil Lebensmittel in Deutschland sehr günstig sind, wird oft gekauft, was gar nicht benötigt wird. Dazu kommen zu große Verpackungen und die – von vielen Verbrauchern falsch verstandenen – Informationen, die das Mindesthaltbarkeitdatum angibt. Dieses Datum zeigt nicht die tatsächliche Lebensdauer eines Produkts an, sondern steht für die Garantie, die der Handel gibt, dass bis zu diesem Zeitpunkt dessen bestimmte Eigenschaften wie Geruch, Konsistenz und Geschmack erhalten bleiben. Schlecht ist ein abgelaufenes Produkt noch lange nicht. Und so werfen wir am Ende ein Viertel unserer Einkäufe einfach weg.

Die gute Nachricht ist: Da fast die Hälfte aller weltweit verschwendeten Lebensmittel auf die privaten Vebraucher und die Gastronomie zurückgehen, können wir durch unser Handeln direkt eine Veränderung bewirken. Und das müssen wir auch. Denn indem wir nicht essen, was eigentlich für uns produziert wurde, vergeuden wir Nahrungsmittel, die in anderen Teilen der Welt fehlen. Dazu kommt, dass die Verschwendung von Lebensmitteln den Klimawandel vorantreibt. So haben 10 Prozent der freigesetzen Treibhausgase der Industrienationen ihren Ursprung in ungenutzer Nahrung. Deren Produktion vorher wichtige Ressourcen wie Wasser, Energie und Ackerfläche verbraucht hat.

Der Verschwendung ein Ende zu bereiten ist also auch eine politische Handlung. Und eine bewusste Entscheidung: Für die einzelnen Bananen, den abgelaufenen Joghurt, die angeschlagenen Äpfel. Ein geplanteres Einkaufen, eine andere Ernährung. Im Rahmen des Projektes „Zur Tonne“ setzen wir uns aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Wir wollen aufmerksam machen, sensibilisieren und aufklären. Gemeinsam kochen und geniessen wir aus der Tonne gerettete Lebensmittel. So hoffen wir das Thema erlebbar und „schmeckbar“ machen zu können.

Ob krumm oder runzlig oder kleingewachsen. Ob einfach übrigeblieben oder aussortiert.

Wir lieben euch.