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„Zur Tonne“ als Mentor: Radebeul isst

Küchenteam, mit Patrick von der Stadt Radebeul, Änni von der Tafel Radebeul e.V. und „Zur Tonne“. / Foto Stadt Radebeul

Dass die Verschwendung von Lebensmittteln längst kein Nischenthema mehr ist, sondern viele Menschen umtreibt, wurde uns wieder einmal bewusst, als wir mit „Zur Tonne“ einer Einladung der Stadt Radebeul folgten, um dort einen unserer offenen Abende zu veranstalten. Bereits letztes Jahr hatten verschiedene Akteure der Stadt Radebeul mit uns aufgenommen. Denn das Sozialamt, die lokale Volkshochschule, das Familienzentrum und Weitere hatten gemeinsam die Idee, in Radebeul ein eigenes Projekt zur Lebensmittelrettung auf die Beine zu stellen.

Radebeul, Stadt mit vielen Gesichtern

Überregional ist Radebeul unter anderem dafür bekannt, dass hier die Millionärsdichte in Deutschland angeblich am Höchsten ist. Entlang der alten Postchaussee zwischen Dresden und Meißen gelegen, bezeichnete König Johann die Stadt 1860 als „sächsisches Nizza“. Und obwohl es keine Riviera gibt, bestimmen Villen und Weinberge das Stadtpanorama. Gleichzeitig gibt es auch hier eine Tafel, die bisher wöchentlich rund 70 Menschen versorgt hat. Und wie in Dresden ist auch in Radebeul die Zahl der Tafelkund:innen durch Corona angestiegen. In einer wohlhabenden Stadt zu leben bedeutet eben nicht zwangsläufig, dass es hier keine Armut oder Bedürftigkeit gibt.

Tische und Stühle vor dem Kulturbahnhof / Foto Stadt Radebeul

Wir stehen vor den gleichen Problemen

Oder keine Verschwendungt. Denn wie in Dresden bleiben auch bei der Tafel Radebeul regelmäßig Lebensmittel nach der Ausgabe übrig. Und auch in Radebeul haben die Initiator:innen beobachtet, dass durch die Spaltung der Gesellschaft die Menschen weniger zusamenn kommen. Daher kam der Wunsch, ein gemeinsames, öffentliches Essen zu veranstalten. Und da wir mit „Zur Tonne“ bereits seit zwei Jahren unterwegs sind, wurden wir sozusagen als „Mentoreninnen“ für das zukünftige Projekt eingeladen. Denn schließlich stehen wir alle vor ähnlichen Problemen. Und warum sollten Andere nicht von unseren Erfahrungen profitieren können?

Vor dem Regen

Ein erster Abend von Vielen

Nach einem halben Jahr Planung und Vorbereitung war es dann soweit: Am Donnerstag, dem 16. Juli 2019 fand unser Premierenabend unter dem Motto „Radebeul isst“ statt. Vor dem Kulturbahnhof Radebeul waren Tische für kleinere Gruppen aufgebaut worden. Aufgrund der Coronaauflagen hatten wir uns gegen eine lange Tafel entschieden. Nachdem die ersten Hungrigen Platz genommen hatten fing es rechtzeitig zum ersten Gang, einem Blumenkohlsüppchen an Brot und Möhrengrünpesto, an, zu regnen. Daraufhin mussten 40 Menschen schnell in den Kulturbahnhof umziehen, der bereits im Vorfeld als Schlecht – Wetter – Variante ausgewählt worden war. Zum Hauptgang, einer gefüllten Parika Schote an Kartoffelsaalt und Pilzrahmsauce, fand auch der Bürgermeister der Stadt Platz im ehemaligen Bahnhof. Den Abschluss des Abends bildeten ein „Kirschmalheur“ und viele gute Gespräche.

„Malheur“ aus Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und lockerem Kuchenteig / Foto Stadt Radebeul

Save the Date

Dieser erste Abend stellt allerdings nicht das Ende unserer Zusammenarbeit dar. Denn bereits im November wagen wir eine Neuauflage. Alle Initiator:innen von „Radebeul isst“ wünschen sich eine Verstetigung des Projektes. Allerdings sollen in Zukunft Verantwortliche und Interessierte Personen in der Stadt die Leitung dieser Abende in die Hand nehmen. Zu sehen, dass unsere Idee auch in Radebeul Menschen ins Handeln bringt, freut uns sehr. Und gleichzeitig wissen wir, dass es unsere Unterstützung dann nicht mehr braucht. So wird der Termin im November der letzte Gemeinsame sein. Und nächstes Jahr sind wir zu Gast wenn es heißt: Radebeul isst.

Auf Achse: „Zur Tonne“ unterwegs: Cafe Gemüsetorte 19/07/2020

Ihr müsst nur noch Platz nehmen.

Für Alle, die sonntags nichts im Kühlschrank haben, nach einem Spaziergang eine kleine Stärkung brauchen oder unsere mobile Küche „Tonnja“ in Aktion erleben möchte. Seid dabei wenn „Zur Tonne“ Cafe Gemüsetorte trifft, und zwar bereits zum zweiten Mal. Nachdem wir bereits letztes Jahr bei der lieben Änne zu Gast sein durften, bringen wir am 19. Juli unsere mobile Küche „Tonnja“ mit. Wir werden draussen – auf dem Konkordienplatz – Tische aufbauen und für euch kochen. Wie immer wird es geben, was nach der Tafel Ausgabe übrig geblieben ist. Denn wir sind immer noch fleißig unterwegs, um auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Lasst euch überraschen. Bringt Hunger und Freund:innen mit. Wir freuen uns, euch in Pieschen zu sehen.

„Zur Tonne“ trifft Café Gemüsetorte – die Fortsetzung.

Sonntag, 19 Juli 2020, von 17 bis 19 Uhr am Konkordienplatz Dresden.

Zur Tonne auf Achse: Abendessen in der Zwickmühle

Unsere erste öffentliche Veranstaltung dieses Jahr fand am Montag, den 27. Januar 2020 in der „Zwickmühle“ in Dresden statt. Die Zwickmühle ist ein recht neuer Nachbarschafttreff in Dresden Plauen, wo Raum für verschiedenartige, nonkommerzielle Angebote geschaffen wurde. Neben einem Repaircafe und Yogaunterricht findet hier außerdem jeden Montag ein nachbarschaftliches Abendessen statt. Gemeinsam sitzt man an einer langen Tafel und tauscht sich aus. Essen als verbindendes, soziales Element also – das hat ja geradezu nach uns geschrieen.

Es kann losgehen / Foto von der Zwickmühle

Kleiner Raum – große Vorbereitungen

Für unser eigenes „Montagsessen“ hatten wir ungefähr 40 Personen erwartet. Dementsprechend musste wir früh mit den Vorbereitungen beginnen. Wie immer, wollten wir ohne Fleisch und wenn möglich vegan kochen. Als Hauptspeise hatten wir uns eine vegane Moussaka ausgesucht, ein Rezept, dass wir heiß und innig lieben und auch hier mit euch geteilt hatten. Statt des Hackfleisches haben wir Linsen benutzt. Schnell zubereitet und geschmackvoll war auch der Rest des Menüs.

Vorbereitung mit Liebe / Foto von der Zwickmühle

Alle an eine Tafel bringen

Aufgrund der räumlichen Situation hatten wir uns entschieden, die Teller nicht anzurichten, sondern ein Büfett aufzubauen. Wir hatten gedacht, dass die Menschen so am Besten miteinander ins Gespräch kommen könnten. Und das taten sie dann auch. Nachbarn, Fremde, jüngere und ältere Personen sollten später beim Abendessen Seite an Seite sitzen und gemeinsam essen. Doch vorher mussten wir noch alles fertig bekommen. An diesem Tag hatten wir mit Verena, Dunja und Frida gleich 3 wunderbare Helferinnen, die fleißig mit uns geschnippelt und gebrutzelt haben. Danke an Euch!

Büffet steht / Foto von der Zwickmühle

Frisch auf den Tisch

Neben der Moussaka hatten wir eine unglaublich cremige Blumenkohlsuppe gekocht, bei der natürlich der ganze Kopf Verwendung fand und nichts weggekommen ist. Denn die Blätter des Blumenkohl sind – sofern sie frisch sind – super bekömmlich und lecker. Daneben haben wir frischen Kraut- und Gurkensalat gemacht, es gab Kartoffelstampf, Brot und diverse, würzige und intensive Salsas, die mit überraschenden und großartigen Geschmackvariationen aufwarteten sowie Apfelkuchen, Mousse au Chocolat ud Arme Ritter – alles vegan natürlich. Pünktlich zum Abendessen standen die damfenden Töpfe auf dem Tisch und die Gäste konnten kommen.

Beauty Wasser mit frischen Gurken / Foto von der Zwickmühle
Tischgesellschaft / Foto von der Zwickmühle

Und der Raum füllte sich dann sehr schnell. Ein paar wenige bekannte Gesichter, viele Neue. Eine schöne Gesellschaft hatte sich hier zusammen gefunden um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen. Die Spenden des heutugen Abends gingen an die Zwickmühle selbst, die als noch junger Verein jede Hilfe gut gebrauchen können. Den ungefähr 40 Gästen hat es gut geschmeckt und es gab dann noch einen regen Austausch zum Essen und einigen Rezepten. Es hat uns sehr gefreut, bei euch zu Gast gewesen zu sein und wir wünschen euch viel Glück und gutes Gelingen in der Zwickmühle!

Auf Achse: Zur Tonne im Bodenbacher Eck – 06/10/2019

Die Tonne rollt wieder. Endlich, zum zweiten Mal nach dem tollen Abend im Cafe Gemüsetorte, sind wir wieder unterwegs. Für den den 6. Oktober haben uns Anja und Jara vom Bodenbacher Eck in Gruna eingeladen in ihrer Küche zu werkeln. Im Herzen von Gruna gelegen gibt es diesen kleinen Eckladen seit Mitte Juni diesen Jahres. Wir freuen uns sehr, sind etwas nervös und überlegen uns, wie immer, kurz davor, was es geben wird. Und für euch gilt: Kommt vorbei! Wir hoffen auf alte und neue Gesichter. Punkt 16 Uhr fliegen die Türen auf. Alle gespendeten Einnahmen werden dem Grunaer Jugendprojekt „Sofa 9“ zugute kommen. Bis dahin.

http://www.bodenbacher-eck.de/

 

Auf Achse: Zu Gast im Café Gemüsetorte – 12/05/2019

Die Tonne macht sich schick und ausgehfein. Zum ersten Mal ist sie unterwegs um in einem fremden Restaurant ihre Gäste empfangen. Änne vom Café Gemüsetorte in Dresden Pieschen stellt uns einen Sonntagnachmittag lang ihren kleinen, feinen Laden zu Verfügung. Normalerweise gibt es hier leckeren, hausgebackenen Kuchen, guten Kaffee und frisches Mittagessen. An diesem Sonntag jedoch werden wir kochen, was übrig geblieben ist. Wir probieren zum ersten Mal aus, ob funktioniert, was wir uns vorgestellt haben: Einen Ort für gutes, nachhaltiges Essen zu schaffen. Einen Raum für ein soziales Miteinander in dem jeder, unabhängig davon ob er Geld hat oder nicht, willkommen ist. Es wird  keine Karte geben, denn wir benutzen nur, was übrig bleibt. Und daraus kreieren wir etwas leckeres. Kommt vorbei, überzeugt euch selbst. Wir freuen uns.

Zur Tonne meets Gemüsetorte, Konkordienplatz, 01127 Dresden

Sonntag, 12. Mai 2019, 16-20 Uhr.